Wie es früher hier war

Eine alte Landarbeiterkate am Rand der Felder.

Unser Landhaus war einst eine Kate des Gutes Maltzien: ein Haus, in dem die Familien wohnten, die auf den Feldern und Höfen des Gutes arbeiteten. Alte Aufnahmen wie diese zeigen, wie die Katen mit ihren tiefen Reetdächern damals aussahen.

Die Felder rund ums Haus sind geblieben. Wo früher Landarbeiter lebten, wohnen heute unsere Gäste, in vier Ferienwohnungen, die nach den kleinen Inseln rund um Rügen benannt sind.

Felder auf Zudar im Abendlicht

Die Gutsfamilien

Über Jahrhunderte gehörte das Gut Maltzien der Familie von Kahlden, nachweislich schon seit dem 16. Jahrhundert. Ihr Wappen, ein Löwenkopf, ist bis heute am Gutshaus zu sehen.

1908 verkauften die Erben des Majors Karl von Kahlden das Gut an den Landwirt Max Venzmer: 335 Hektar Land, dazu die kleine Insel Tollow, auf der Schafe weideten. Venzmer starb 1932 und wurde auf dem Tollow begraben. Seine Witwe führte das Gut weiter, bis es mit der Bodenreform 1945 enteignet wurde.

Arbeit und Alltag

So war es auf vielen Gütern im Nordosten Deutschlands: Die Landarbeiter wohnten mit der ganzen Familie in einer Kate, die dem Gut gehörte, und meist arbeiteten Mann, Frau und die älteren Kinder mit.

Bezahlt wurde zu einem großen Teil in Naturalien, dem sogenannten Deputat: Getreide und Kartoffeln, Brennholz, ein Stück Gartenland und oft das Recht, eine Kuh, ein paar Schweine und Hühner zu halten. Im Sommer begann der Tag gegen fünf Uhr morgens und endete erst bei Sonnenuntergang. Zur Ernte kamen zusätzlich Saisonarbeiter, die Schnitter.

Zudar auf alten Karten

Die Strukturen von damals sind bis heute zu erkennen.

Als Rügen zu Schweden gehörte, ließ die schwedische Krone ihr Land in Pommern genau vermessen. 1695 zeichnete der Landmesser Oloff Spaak die Dörfer auf Zudar: Buse, Zuder, Losentitz, Stakewitz und Maltzin, mit jedem Feld, jeder Wiese und jedem Weg.

Wer genau hinsieht, findet vieles wieder: die Bucht, die kleine Insel Tollow, die Lage des Dorfes und Wege und Feldgrenzen, die sich bis heute erahnen lassen.

Ein alter Rügen-Reiseführer hielt später fest: „…auch die Halbinsel Zudar ist sehr fruchtbar.“

Entdecken rund um Zudar

Zudar, die südlichste Halbinsel Rügens, wurde schon 1166 zum ersten Mal erwähnt.

  • St. Laurentius: die alte Wallfahrtskirche von Zudar, erstmals 1318 genannt.

  • Palmer Ort: der südlichste Punkt Rügens, mit Küstenschutzwald und Naturlehrpfad. Im Winter türmt sich hier manchmal das Eis meterhoch.

  • Schoritzer Wiek: Naturschutzgebiet mit Aussichtsturm, Kranichen und der Vogelinsel Tollow.

  • Strand: rund 6 km fast unberührte Küste, an der man Muscheln, Hühnergötter und Donnerkeile findet.

  • Fähre Glewitz: die kurze Überfahrt über den Strelasund nach Stahlbrode.


Lust, es selbst zu entdecken?

Zudar ist klein genug, um es mit dem Fahrrad zu erkunden: Palmer Ort, die Schoritzer Wiek und die Laurentiuskirche liegen alle auf der Halbinsel.

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